Mindestens sechs Tote bei Hochhausbrand in London

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Bisher spricht die Polizei von sechs Todesfällen.

Lebensgefahr durch herabstürzende Teile, die sich von der Fassade des Grenfell Towers in London lösen.

Die dunklen Rauchschwaden zogen auch am Nachmittag noch über West-London, es regnete Asche, der Geruch von verbranntem Plastik lag in der Luft. Mitten in London steht ein Hochhaus in Flammen. Er habe Menschen gesehen, die Taschenlampen aus den oberen Stockwerken geschwenkt hätten, um Hilfe zu bekommen. Ein Anwohner-Kollektiv hatte bereits vor einem Jahr vor der Gefahr eines Brandes gewarnt - und vor unzureichenden Fluchtmöglichkeiten.

Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zeigten, dass das Haus fast vollständig in Flammen stand.

Das Feuer war in der Nacht ausgebrochen, am Morgen stand das Gebäude mit mehr als 20 Stockwerken noch lichterloh in Flammen. Als der Brite diese öffnete, schlug ihm sofort dichter Rauch entgegen. "Ich wurde mit Asche bedeckt, so schlimm ist es".

Gegen 1 Uhr Ortszeit ging der Alarm los. Mehrere Bewohner des Grenfell Tower im Westen der britischen Hauptstadt, denen die Flucht aus dem brennenden Gebäude gelang, haben sich gegenüber britischen Medien geäussert, ebenso Augenzeugen aus der Nachbarschaft. "Es werden immer noch Menschen vermisst", sagte Stuart Cundy von Scotland Yard. Auf dem Weg nach unten sei er "wirklich beeindruckenden Feuerwehrmännern" begegnet, die nach oben gingen und versucht hätten, so viele Menschen wie nur möglich zu retten. Sie könne aber zur Zeit noch keine genaue Anzahl nennen. Stundenlang kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen.

Auf vielfachen Wunsch: Es dürfen jetzt ALLE ihre Peinlichkeiten reinschreiben, nicht nur die eingeloggten User, - auch die, die ihr Passwort vergessen haben. 20 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Der Einsatz wird nach Angaben der Polizei mehrere Tage dauern. Die Ursache des Brandes ist unklar. Laut Feuerwehr brannte das Haus vom zweiten bis zum obersten Stockwerk. Trotz der Katastrophe war das Hochhaus zunächst stabil genug, um darin weiter nach eingeschlossenen Menschen zu suchen.

"In meinen 29 Jahren als Feuerwehrfrau habe ich noch nie etwas von solchem Ausmaß gesehen", sagte Dany Cotton von der Londoner Feuerwehr.

Kein Terror-Hintergrund: Nach Angaben von Scotland Yard war der Brand kein Terroranschlag. Auch eine im Mai 2016 abgeschlossene Renovierung für zehn Millionen Pfund änderte nichts an den Bedenken der Anwohnergemeinschaft.

Bürgermeister Khan sagte, die Frage des Brandschutzes in Londoner Hochhäusern werde untersucht werden müssen.

Die Baufirma Rydon reagierte schockiert.

London. Wie eine riesige brennende Fackel ragt der Grenfell Tower in den Londoner Himmel.

Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit. Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete den Brand als "schwerwiegenden Vorfall". "Ich habe den Leuten zugerufen, sie sollten ins Freie laufen", sagte Martin, "aber sie kamen nicht aus ihren Wohnungen, weil es in den Fluren zu viel Rauch gab". Am Abend brennen noch einzelne Feuernester in dem Gebäude.

Dan Daly von der Feuerwehr sagte, die Feuerwehrleute würden Atemmasken tragen, die Arbeit sei extrem hart und die Bedingungen sehr schwierig. Die Feuerwehr ist mit 200 Personen und 40 Löschfahrzeugen im Einsatz.

Die Feuerwehr gab unterdessen bekannt, dass mehrere Einsatzkräfte kleinere Verletzungen erlitten haben. Augenzeugen berichteten auf Twitter, dass Schreie aus dem Gebäude zu hören waren.

Auch Augenzeugin Jody Martin sah Menschen aus den Fenstern springen. So haben sich wohl einige Eltern in der Not dafür entschieden, ihre Kinder aus dem Fenster in die Tiefe fallen zu lassen - in der Hoffnung, dass sie von Rettungskräften gefangen würden. Trümmerteile flogen aus dem 1974 erbauten Tower, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichtete. Hin und wieder knallte es in dem 27-stöckigen Gebäude. Die Polizei sperrte alle Wege weiträumig ab. Die Gegend nordwestlich vom Hyde Park solle gemieden werden.

Ein brennendes Trümmerteil stürzt aus dem 27-stöckigen Gebäude.

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