Feuerwehr: Waren in weniger als sechs Minuten am Hochhaus

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Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte dem TV-Sender Sky News, auf dem Höhepunkt des Brandes hätten die Feuerwehrleute nur die zwölfte Etage erreicht. Der Brand war gegen ein Uhr in der Nacht ausgebrochen. Augenzeugen berichten von schlimmen Szenen und vermissten Angehörigen.

Uhr: Dem Chef der Londoner Feuerwehr zufolge wird immer noch nach Eingeschlossenen in dem brennenden Gebäude gesucht. Eine Anrainer-Initiative hatte vor einem Jahr vor der Gefahr eines Brandes im Grenfell Tower gewarnt.

Wenn es um Hochhäuser geht, ist die Zählung oft nicht eindeutig: In einigen Ländern werden etwa bestimmte Etagennummern ausgelassen, weil man die Zahlen für Unglückszahlen hält. Hunderte Menschen sollen in Sicherheit gebracht worden sein.

Das von Sky News zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt die Löscharbeiten. Die Feuerwehr teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, das Haus brenne vom zweiten bis zum obersten Stockwerk. Das berichteten mehrere Anwohner der Nachrichtenagentur dpa.

Die Polizei rät, die Gegend nordwestlich vom Hyde Park zu meiden. Ihr großer Einsatz bei den Lösch- und Rettungsarbeiten ehre die Männer und Frauen des Brandschutzes, sagte sie weiter.

Die Brandursache ist noch völlig unklar. Das Gebäude mit mehr als 20 Stockwerken im Westen der britischen Hauptstadt steht seit den frühen Morgenstunden in Flammen.

"In meinen 29 Jahren als Feuerwehrfrau habe ich noch nie etwas von solchem Ausmaß gesehen", sagte Dany Cotton von der Londoner Feuerwehr. Einsatzkräfte seien bislang bis zum 19., 20. Stockwerk gelangt.

Kein Terror-Hintergrund: Nach Angaben von Scotland Yard war der Brand kein Terroranschlag.

Die Polizei räumte auch umliegende Gebäude des brennenden Wohnblocks, um die Bewohner vor herabfallenden Trümmerteilen zu schützen. Wie ein Reporter der Deutschen-Presse-Agentur berichtete, flogen Trümmerteile aus dem Gebäude. Hin und wieder knallte es in dem 24-stöckigen Gebäude. Die Polizei riegelte alle Wege hermetisch und weiträumig ab. Auf Bildern vom Unglücksort war unter anderem eine Person am Fenster zu sehen.

Die britische Premierminister Theresa May hat sich zutiefst erschüttert über die Todesfälle bei der Feuerkatastrophe geäußert. Die Bundesregierung würdigte den Kampf der Rettungskräfte gegen die Flammen. Berichten zufolge befanden sich noch Menschen in dem Wohnkomplex.

Nach Angaben von Bewohnern brannte das Gebäude, dessen Fassade im Zuge einer größeren Renovierung bis ins vergangene Jahr neu verkleidet wurde, zuerst von außen. So warnten Experten aus Feuerwehr und Versicherungswirtschaft schon 1975 davor, dass in der Bundesrepublik Deutschland immer mehr Hochhäuser für verschiedenste Nutzungszwecke entstünden, die ein hohes Brandrisiko aufweisen. Die Baufirma Rydon hat schockiert auf die Feuerkatastrophe reagiert. Die britischen Behörden bezeichnen ein Ereignis so, wenn die Lage die Umsetzung besonderer Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert. Das teilte die Londoner Ambulanz am Mittwochüber Twitter mit.

Die Polizei wurde eigenen Angaben zufolge kurz nach 01.00 Uhr (Ortszeit) alarmiert. Die Feuerwehr sprach von mehreren Menschen, die das Unglück nicht überlebten. Die Feuerwehrleute müssten Atemschutzgeräte tragen und "unter sehr schwierigen Bedingungen extrem hart arbeiten, um dieses Feuer zu bekämpfen". 200 Feuerwehrkräfte im Einsatz Die Einsatzkräfte waren nach eigenen Angaben innerhalb von sechs Minuten am Ort des Geschehens.

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