May: Brexit-Verhandlungen beginnen in zehn Tagen

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Der anstehende Austritt des Landes aus der EU hatte in den vergangenen Monaten für eine Eintrübung des Warenaustausches zwischen beiden Ländern gesorgt.

Nach der Wahlschlappe von Premierministerin Theresa May ist ein harter Schnitt Großbritanniens mit der Europäischen Union (EU) Volkswirten zufolge vom Tisch. May habe "jede Autorität und Glaubwürdigkeit" verloren.

In unserem Live-Ticker erfahren Sie alle Neuigkeiten rund um die Neuwahlen in Großbritannien. Am Freitag bat sie Königin Elizabeth II. um die Erlaubnis zur Regierungsbildung - obwohl die von May geführten Konservativen bei der Wahl die absolute Mehrheit der Mandate verloren hatten. Doch statt mehr Klarheit hat diese Wahl nun neue Unsicherheit gebracht. Er meinte: "Wichtig, dass #BREXIT Verhandlungen wie geplant ablaufen & wir rasch #Rechtssicherheit für Bürger schaffen können".

" Ein geschwächter Partner in London macht die Brexit-Verhandlungen schwieriger". Der harte Brexit wurde gestern abgewählt.

Doch was bedeutet das für den Brexit? Die Konservativen wollen den europäischen Binnenmarkt und die Zollunion verlassen, Labour würde lieber aushandeln, dass sie ein Teil davon bleiben. Die Botschaft der britischen Wähler ist angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse nicht einfach zu entziffern. "May kommt mit einer Torte im Gesicht nach Brüssel", lautete sein Fazit. Offiziell hatte sich Brüssel vor der Wahl zurückgehalten. May, die einen harten Kurs ohne größere Zugeständnisse an Brüssel vertritt, hatte sich im April selbst für die vorgezogene Abstimmung ausgesprochen - mit dem Ziel, ihre Mehrheit zu stärken und Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen zu bekommen. "Jetzt steht Frau May mit Torte im Gesicht vor einem katastrophalen Ergebnis und wir werden abzuwarten haben, mit wem wir am Ende verhandeln". Aber im Wahlkampf wurde die Stimmung zunehmend gereizt. May hatte als Innenministerin 20.000 Polizeistellen gestrichen. London war "not amused".

Wann starten die Brexit-Verhandlungen?

Der Auftakt der Brexit-Gespräche ist für den 19. Juni angesetzt. Im Frühjahr 2019 läuft die im EU-Vertrag festgelegte Zwei-Jahres-Frist für die Verhandlungen aus.

Wo liegen die ersten Hürden?

So sollen nicht nur die Rechte der EU-Bürger, die auch nach dem Brexit in Großbritannien leben und arbeiten, abgesichert werden. Der Handel würde wohl drastisch abnehmen, Schmuggel würde lukrativ, insbesondere über die irisch-nordirische Grenze, die die EU von Großbritannien scheidet.

Sie erhob den Brexit im Wahlkampf zwar zum Topthema, blieb aber in Einzelheiten sehr vage. Erst bei "ausreichenden Fortschritten" in den Austrittsfragen will die EU beginnen, mit London auch über die künftigen Beziehungen und ein mögliches Handelsabkommen zu reden. Eine große Zahlung an Brüssel lehnt sie ab. Als man sich dann Ende März doch geeinigt hatte, der Austrittsantrag gemäß Artikel 50 gestellt worden war, schien es, als sollten die Brexit-Gespräche Anfang Juni Realität werden.

Das ist nach dieser Wahlnacht ungewiss.

Angenommen, eine neue britische Regierung überdenkt ihre Position und möchte keinen harten Brexit mehr. Um eine Einigung durch das Unterhaus zu bringen, wären die Konservativen also auf Unterstützung der Opposition angewiesen - und die ist mehr als unsicher. Gibt es gar nochmals Neuwahlen und damit eine weitere monatelange Hängepartie? Das Vereinigte Königreich ist für Deutschland der drittgrößte Exportmarkt.

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