Comey: Donald Trump hat gelogen

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Dass Comey der Regierung auch noch Diffamierung und Lüge vorwirft, zeigt wieder einmal, welches Klima Trump in Washington geschaffen hat.

Zwar kontrolliert der vor vier Wochen von Donald Trump geschasste Ex-FBI-Chef seine Stimme, Mimik und Wortwahl.

Comey führte an, dass die von der Regierung vorgebrachten "wechselnden Erklärungen" für seine Entlassung ihn "verwirrt und zunehmend in Sorge versetzt" hätten.

"Dies waren Lügen, schlicht und einfach", sagte Comey am Donnerstag auf eine Frage des Ausschussvorsitzenden Richard Burr (Republikaner). Und nun, so Comey, sei es an Mueller, herauszufinden, ob Trump eine Straftat begangen habe. Inzwischen ist der öffentliche Teil der Anhörung beendet. Zuvor hatte er mit Gegenattacken auf die Aussagen des früheren FBI-Chefs James Comey geantwortet.

Washington. Die Medienaufmerksamkeit hätte kaum größer sein können: US-Fernsehsender unterbrachen ihre regulären Programme wegen der Live-Übertragung des US-Senatsausschusses im Fall Comey gegen Trump. Den Unterlagen zufolge soll Trump nach einem Treffen im Weißen Haus in größerem Kreis Coats und CIA-Chef Mike Pompeo gebeten haben, im Raum zu bleiben. "Der Präsident ist kein Lügner", stellte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders klar. Dies könne sie "mit Gewissheit sagen". Trump selbst sagte vor Anhängern: "Wir werden kämpfen und gewinnen". Mit allgemeiner Spannung wurde auch abgewartet, ob Trump noch während der Sitzung über den Kurzbotschaftendienst Twitter auf Comey reagieren würde. Dieses unwohle Gefühl habe ihn dazu getrieben, direkte Notizen über die Unterredungen anzufertigen. "Ich hatte den Eindruck, es könnte sein, dass ich die Aufzeichnungen brauchen werde, nicht nur um mich selbst zu verteidigen, sondern auch das FBI", sagte Comey. "Die Mechanismen in Washington versteht er wesentlich besser als der politische Neuling Trump".

Marc Kasowitz, der persönliche Anwalt des Präsidenten, stellte sich gestern auf den Standpunkt, Comey habe die Unwahrheit über seine Gespräche mit dem Präsidenten gesagt. Dann sollte Trump diese auch alle veröffentlichen. So sei der Präsident über das Andauern der Ermittlungen gegen den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn wegen dessen Kontakten zum Kreml sichtlich beunruhigt.

"Seit er im Januar Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist, hat Donald Trump auf einer Achterbahn gelebt". Trump habe ihn gefeuert, um die FBI-Ermittlungen zu Russland zu untergraben, sagte Comey.

Trump hatte nach Comeys Aufzeichnungen wörtlich gesagt: "Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, das fallen zu lassen, von Flynn abzulassen". Und selbst in einer für die USA so ernsten Situation wie dieser Anhörung bewies Comey noch typisch angelsächsischen Sinn für Humor. Auch wenn Comeys Aussagen, dass ihn Trump mit so ungebührlichen wie amateurhaften Methoden unter Druck setzen wollte, die Ermittlungen über die Verbindungen von Mitgliedern seines Wahlkampfteams zu Russland einzustellen, Bände über die Amtsauffassung und -eignung des Ex-Reality-TV-Stars sprachen, herrschte im konservativen Lager vor allem Erleichterung. Trump und Comey bezichtigen sich gegenseitig der Lüge.

Michael Flynn war als Sicherheitsberater zurückgetreten, weil er noch vor Trumps Amtsantritt mit dem russischen Botschafter Gespräche über Sanktionen geführt und dies verheimlicht hatte. Die ersten drei Stunden der Anhörung waren öffentlich, und während dieser Zeit war kein konservativer Senator zu hören, der den Präsidenten der eigenen Partei in Schutz nahm. Eine solche Einmischung in ein laufendes Verfahren kann als Behinderung der Justiz gewertet werden.

Das Entlassungsschreiben von US-Präsident Trump an FBI-Direktor James Comey hat ein gewaltiges Nachspiel. Die genauen Gründe sind bis heute nicht bekannt. Dabei wiederholte er seine Unterstellung, Donald Trump habe ihm befohlen, strafrechtliche Ermittlungen gegen Verbündete des Präsidenten einzustellen.

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