Bundesaußenminister Gabriel trifft saudiarabischen Außenminister al-Dschubeir

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In der Diplomatie besteht ein Unterschied darin, einen individuellen Disput zu lösen oder die tiefer liegenden Gründe zu lösen, die zu dem Disput geführt haben.

Saudi Arabien und drei weitere arabische Staaten setzten 59 Personen und zwölf Organisationen auf eine Terrorliste.

Nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten ihre diplomatischen Beziehungen mit dem Emirat Katar abgebrochen und ihre Grenzen für Reisende aus dem Land geschlossen haben, ruht der Flugbetrieb zwischen den betroffenen Staaten. Dem FBI zufolge wollte Russland mit dem Hackerangriff Spannungen zwischen den USA und ihren Verbündeten wie Saudi-Arabien schüren.

In Katar befindet sich der größte Militärstützpunkt der USA in der Region. In dem Artikel hieß es, Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani habe die Nachbarländer kritisiert und den schiitischen Iran als Staat gelobt, der zu Stabilität in der Region beitrage. Die Bundesregierung hatte ihre Unterstützung bei der Suche nach einer Konfliktlösung angeboten. Und obwohl es im Jahr 2001 eine Einigung gab, haben sich die Beziehungen kontinuierlich verschlechtert.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel ist dem Golf-Emirat Qatar im Konflikt mit seinen arabischen Nachbarn beigesprungen. Und so könnten bei dieser erbitterten Golffehde am Ende alle verlieren. Katar scheint nichts besonders außergewöhnliches oder ungeheuerliches getan zu haben. Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera hat seinen Sitz in Katar. Dass dies nicht von offiziellen Regierungsstellen in Riad und Doha organisiert wurde, versteht sich von selbst.

Gestern kam es in Doha und im ganzen Land zu Hamsterkäufen, denn 80 Prozent der Lebensmittel werden üblicherweise auf dem Landweg nach Katar gebracht. In den Muslimbrüdern sieht vor allem der ägyptische Militärherrscher al-Sisi eine latente Bedrohung; Tausende sitzen im Gefängnis, mindestens 1200 wurden zum Tod verurteilt. Würden die Saudis dessen Export zu verhindern versuchen, oder entschieden sich umgekehrt die Kataris für einen Lieferstopp, entstünden in den VAE, aber auch in Japan, Südkorea oder China Versorgungslücken, was diese sicher nicht stillschweigend über sich ergehen liessen. Saudi-Arabien hat der Fluglinie die Lizenz entzogen und angekündigt, die Büros der Fluggesellschaft im Land innerhalb von 48 Stunden zu schließen. So solle Katar "aufhören, extremistische Gruppen zu unterstützen", wie etwa die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas und die Muslimbrüder. 2004 wurde Selimhan Jandarbijew, einer der tschetschenischen Separatistenanführer, in der katarischen Hauptstadt von russischen Geheimagenten ermordet.

Warum eskaliert die Lage jetzt?

Menschen in Doha kaufen in Panik die Supermärkte leer. Der Löwenanteil floss damit quasi direkt an den Iran, und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Saudi-Arabien zum Showdown gegen den schiitischen Erzrivalen blies. Und auch der katarische Wohlstand kann kaum als neuentdeckt gelten.

Dass sich nun die Türkei auf die Seite Katars schlägt, ist für den Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, ein Beleg für die Verschiebung bisheriger Bündnisse in der Golfregion. Doch die Saudis betrachten diesen Beschwichtigungsversuch als zu spät und zu gering. Riad steht unter enormem wirtschaftlichen Druck. Das weiß man in Jemen, wo Saudi-Arabien mit gnadenlosem Bombenterror versucht, "seinen "Präsidenten wieder an die Macht zu hieven". Michail Krutichin, Experte für den Öl- und Gasmarkt, zum Beispiel erklärte in einem Artikel für die Zeitschrift "Forbes", dass sich der Bau einer Pipeline über Syrien für Katar schlicht nicht lohne.

"Die New York Times klagt, der eskalierende Konflikt zwischen Washingtons Verbündeten am Golf sei eine "frische und unerwünschte Komplikation für das US-Militär". Und auch die diplomatischen Beziehungen wurden unterbrochen.

Katar könnte durch einen Boykott in eine schwierige Versorgungslage geraten. Der Internationale Luftfahrtverband (Iata) rief dazu auf, die Blockade "schnellstmöglich" zu beenden. Dafür sind die saudischen Handlungen zu scharf. Sein Land glaube, "solche Differenzen zwischen Schwesterstaaten müssen durch Dialog gelöst werden", begründete Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani die Initiative.

Am Mittwoch liefen die Bemühungen weiter, den Konflikt diplomatisch zu entschärfen.

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