Weitere Festnahmen nach Londoner Terroranschlag

Einstellen Kommentar Drucken

Die Namen würden veröffentlicht, "sobald es die Ermittlungen erlauben", teilte die Londoner Polizei am Montagmorgen mit. Zuletzt hatte sie von bislang zwölf Festnahmen gesprochen. Unter Leitung von Premierministerin Theresa May sollte am Montag das Sicherheitskabinett zusammenkommen.

Es ist bereits der dritte Anschlag in Grossbritannien binnen weniger als drei Monaten. Sie waren mit einem Kleintransporter auf der London Bridge in eine Menschenmenge gerast, danach ausgestiegen, geflüchtet und stachen anschließend im Stadtviertel Borough Market wahllos auf Passanten ein.

Um 21.58 Uhr Ortszeit (22.58 Uhr MESZ) kommt ein weißer Lieferwagen von Norden auf die London Bridge und fährt mit hoher Geschwindigkeit in Fußgänger auf dem Gehweg hinein. IS-Anhänger feierten den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen, wie die auf die Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete. Mai riss ein Selbstmordattentäter bei einem Pop-Konzert in Manchester 22 Menschen mit in den Tod. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Die Angreifer seien schliesslich am Market von Sicherheitskräften erschossen worden - acht Minuten nach Eingang des Notrufs. Ermittler seien noch damit beschäftigt, zwei Wohnungen in den Stadtteilen Newham und Barking zu durchsuchen. "Jetzt reicht's!", sagte sie energisch. Das sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntag in Dresden.

London ist am Abend wenige Tage vor der Parlamentswahl einmal mehr Ziel eines Terroranschlags geworden. Einer der Festgenommenen, ein 55-jähriger Mann, wurde später freigelassen. Über die Identität und Herkunft der mutmaßlichen Täter ist bisher nichts bekannt - ebenso, ob es sich um islamistische Terroristen handelt.

Uhr: Die Polizei wendet sich mit einer "Run, hide, tell"-Warnung an die Londoner Bürger". May will mit der vorgezogenen Wahl am Donnerstag die Mehrheit der Konservativen im Parlament ausbauen und so auch mehr Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen bekommen. "Während wir dabei (also bei der Terrorbekämpfung) bemerkenswerte Fortschritte gemacht haben, gibt es - um ehrlich zu sein - viel zuviel Toleranz gegenüber Extremismus in unserem Land". May plant unter anderem eine schärfere Überwachung von Internet und Messengerdiensten sowie längere Haftstrafen. Dazu brauche es internationale Vereinbarungen. Londons Bürgermeister Sadiq Khan verspricht am Montag, die Stadt werde sich nicht unterkriegen lassen.

US-Präsident Donald Trump verurteilte die Terrorattacke scharf und drückte der britischen Premierministerin May telefonisch sein Beileid ausgedrückt.

Der französische Staatspräsidenten Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, Frankreich stehe nach der "neuen Tragödie" an der Seite Grossbritanniens. Zugleich betonte er seine Entschlossenheit, die USA mit allen nötigen Mitteln vor terroristischen Attacken zu schützen. In einer ersten Reaktion hatte sie zuvor dem Islamismus den Kampf angesagt: "Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn zu erkennen und ihn im öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten". Experten gehen von islamistischen Terror aus. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag. Mit dem Begriff "öffentlicher Dienst" spricht May vermutlich das Schulwesen an.

Ariana Grande und Mac Miller treten am 04.06.2017 in Manchester, Großbritannien, beim "One Love Manchester" Benefizkonzert auf für die Opfer des Terroranschlags in der Manchester Arena.

Comments