Terrorismus | Regierung kündigt nach London-Anschlag harten Anti-Terror-Kurs an

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Bisher wurden laut Polizei zwölf Menschen im Zusammenhang mit dem Attentat vom Samstagabend festgenommen - sieben Frauen und fünf Männer.

Die Identitäten der drei Attentäter sind der Polizei bekannt. Die Razzien dauerten weiter an, hieß es. Die Angreifer seien acht Minuten nach dem ersten Notruf am Samstagabend von Polizisten erschossen worden. Identifiziert seien sie noch nicht. Dies teilte Grossbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley am späten Sonntagabend mit. Jedoch verwies Rita Katz, Direktorin der auf jihadistische Propaganda spezialisierten Site Intelligence Group, darauf, dass Anhänger der IS-Terrorgruppe den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen feierten und den IS hinter der Tat vermuteten. Dabei waren sieben Menschen getötet und rund 50 verletzt worden.

Am Sonntag teilten die Gesundheitsbehörden mit, dass noch 36 Verletzte im Krankenhaus behandelt würden. Unter den Verletzten sind nach Angaben der Bundesregierung auch zwei Deutsche.

Nach Angaben der Polizei fuhr zunächst ein Lieferwagen auf der London Bridge in eine Gruppe von Fußgängern. Zeugen zufolge riefen sie: "Das ist für Allah". "Es gibt. zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land", so May. Aber Großbritannien trotz auch dem Terror - und die Polizei ermittelt fieberhaft Hergang und Hintergründe der Tat. Die Angreifer hätten unschuldige Bürger mit Messern und Klingen attackiert. Alle drei dieser Täter seien tot, sagte Polizeichefin Cressida Dick. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) bezeichnete die Berichte über den jüngsten Anschlag in London als "schreckliche Nachricht". Gibt es noch mehr Attentäter? May plant unter anderem eine schärfere Überwachung von Internet- und Messengerdiensten. Der wegen des Anschlags unterbrochene Wahlkampf werde am Montag weitergehen, sagte sie.

An diesem Sonntag soll ein Benefizkonzert in Manchester stattfinden, um der Opfer zu gedenken. An zwei Wohnadressen in Newham habe es keine Festnahmen gegeben, obwohl dort mit mehreren Leuten gesprochen worden sei. Erst vor etwas weniger als zwei Wochen detonierte ein Selbstmordbomber einen Sprengsatz bei einem Teenie-Konzert in Manchester und tötete 22 Menschen, darunter viele Kinder. Auch Katy Perry und Coldplay werden bei "One Love Manchester" am Abend auftreten. Es sind zahlreiche Ausländer unter den Opfern: Ein Toter stammt aus Kanada, wie der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau am Sonntagnachmittag mitteilte.

In den Tagen nach dem Anschlag sind viele Londoner noch benommen und bestürzt.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel äusserte sich betroffen: "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint".

So beunruhigend die Häufung der Terroranschläge in Großbritannien über die letzten drei Monate ist, so willkommen war diesmal die Reaktion der Sicherheitskräfte. Die "bösartige Ideologie des islamischen Extremismus" predige Hass, säe Zwist und fördere das Sektierertum. Der Tenor: Der US-Präsident verbreite Falschmeldungen. In einem Tweet verurteilte Leuthard die Tat "aufs Schärfste".

Der französische Staatspräsidenten Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, Frankreich stehe nach der "neuen Tragödie" an der Seite Großbritanniens.

Candice Hedge etwa hatte gerade ihre Schicht als Kellnerin in einem Lokal an der London Bridge beendet und wollte sich noch einen Drink genehmigen, als die Terroristen ihren blutigen Angriff starteten.

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