Audi-Skandal: 1.700 Autos in Österreich betroffen

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Ein Ende der Ermittlungen sei bisher nicht absehbar. In Europa und Deutschland ist VW aber der Auffassung, dass diese Abschalteinrichtungen in seinen Dieselmotoren nicht illegal gewesen seien. Es handele sich um Fahrzeuge der Baujahre 2009 bis 2013. Der Autobauer habe eine "unzulässige Abschalteinrichtung eingebaut", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern in Berlin.

Audi gerät im Abgasskandal weiter unter Druck.

Offenbar nimmt die Software mithilfe einer sogenannten Lenkwinkel-Erkennung wahr, wenn das Fahrzeug auf einem Prüfstand steht. Dieser Umstand solle nun mit einer neuen Getriebesoftware wieder ausgebessert werden. Davon sind 14 000 in Deutschland zugelassen. Audi entschuldigte sich für die "Unannehmlichkeiten". Mit den Aktionen soll geklärt werden, wer an der Verwendung der Abgas-Software im VW-Konzern und an Falschangaben beteiligt gewesen sei.

Die Umrüstaktion trifft aber die Renditeperle der Oberklassetochter des VW-Konzerns. Davon ist auch Porsche betroffen, weil der Stuttgarter Sportwagenbauer die Motoren von der Konzernschwester bezogen hatte. Doch auch wenn Audi in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist: Unter den Oberklassemarken wurden die Ingolstädter von Daimlers Hausmarke Mercedes-Benz und von BMW abgehängt. Auf der Prüfrolle werden die Räder üblicherweise nur gering eingeschlagen. Sobald das Lenkrad um mehr als 15 Grad gedreht werde, erhöhe sich der Ausstoß von Stickoxid. Dies sorgt dafür, dass die Autos im Fahrbetrieb auf der Straße deutlich mehr NOx ausstoßen als auf dem Prüfstand und die Grenzwerte überschreiten.

Der Abgas-Skandal im VW-Konzern zieht Kreise. Bei einigen verwendeten Thermofenstern ist mindestens fraglich, ob sie wie von den Herstellern angegeben nur dem Motorschutz dienen. Die betroffenen Fahrzeuge seien jeweils zur Hälfte auf dem deutschen und auf dem europäischen Markt.

Audi erklärte, das Unternehmen habe die "Auffälligkeiten" bei umfangreichen eigenen Untersuchungen selber festgestellt und sie dem Kraftfahrtbundesamt angezeigt. Aus Unternehmenskreisen hieß es, es sei bereits an einer Lösung gearbeitet worden. Der Konzern und das deutsche Bundesverkehrsministerium bestätigten, dass Dobrindt sein Vorgehen zuvor mit VW-Konzernchef Matthias Müller abgestimmt hatte. Es sei nur überraschend, dass Dobrindt das zugegeben habe.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sagte Audi-Chef Rupert Stadler in einem an die Mitarbeiter gerichteten Video: "Die Politik stellt da gerade manches anders dar und hat uns mit ihrem Alleingang an die Medien überrascht".

Unterdessen weitete die Münchner Staatsanwaltschaft ihre Betrugs-Ermittlungen gegen Audi aus, wie ein Sprecher sagte. Mitte März hatte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung eingeleitet.

Audi hatte auf die Vorwürfe mit einem Rückruf reagiert und in Europa 24.000 Diesel-Pkw in die Werkstätten beordert.

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