Zwölf Festnahmen nach Anschlag in London

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Ein Großangebot an Polizei hat das Gebiet um Borough Market abgesperrt. Ein Polizist wird an Kopf und Bein verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass es keine weiteren Attentäter gab.

Uhr: Londoner Rettungskräfte werden zu einem Vorfall an der London Bridge gerufen. Gäste und Mitarbeiter der Lokale versuchen sich zu verstecken und den Verletzten zu helfen.

Knapp zwei Wochen nach dem Bombenanschlag in Manchester ist Großbritannien erneut Ziel eines Terroranschlages geworden: Nach bisherigen Erkenntnissen töteten am späten Samstagabend in London drei mutmaßliche Täter mindestens sieben Menschen, wie die Polizei mitteilte.

Ein Anschlag in der britischen Hauptstadt erschüttert das Land kurz vor der Wahl. Dann fährt er weiter zum nahe gelegenen Borough Market, einer beliebten Touristenttraktion im Herzen der britischen Hauptstadt. Mindestens 48 weitere Personen wurden verletzt - einige von ihnen schwer. Den britischen Gesundheitsbehörden zufolge schweben 21 Verletzte noch in Lebensgefahr. Einer der Attentäter habe ihn mit einem Messer ins Gesicht gestochen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Sonntag. "Jetzt reicht's", sagte die Regierungschefin. "Wir können und wir dürfen nicht so tun, als ob alles einfach so weitergehen könnte".

Premierministerin Theresa May rief die Briten dazu auf, als Gesellschaft entschlossen dem Extremismus den Kampf anzusagen. Es brauche mehr Kontrolle im Internet und ausreichende Befugnisse für Ermittler. Vielmehr müsse besser überwacht und reguliert werden, um die Kommunikationswege von Terroristen zu stören. Dort hatten drei Angreifer am Samstagabend sieben Menschen getötet und dutzende weitere verletzt, bevor die Polizei sie erschoss. Augenzeugen zufolge tragen sie Messer bei sich. und stechen damit auf ihre Opfer ein. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen.

Drei mutmaßliche Angreifer wurden nach Polizeiangaben acht Minuten nach dem abgesetzten Notruf erschossen.

Bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande hatte ein Attentäter mit einer Bombe 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Damals war ein 52-jähriger Mann auf der Londoner Westminster-Brücke mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren.

Zu den Schwerverletzten zählt ein Polizist, der als einer der ersten am Anschlagsort eintraf. Sechs Menschen kamen dabei laut der Londoner Polizei ums Leben. Der Attentäter wurde erschossen. Jedoch verwies die auf jihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group darauf, dass Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen feierten und den IS hinter der Tat vermuteten. Am Donnerstag findet in Großbritannien die Parlamentswahl statt. Der von ihren eigenen Konservativen sowie der oppositionellen Labour-Partei unterbrochene Wahlkampf werde schon am Montag wieder aufgenommen.

Internationale Reaktionen: Nach der Attacke in London ist die Bestürzung unter den Staatschefs gross.

Für Bürgermeister Khan sind die Angriffe eine "gezielte und feige Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher. Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt ab. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sprach von einer "neuen Tragödie". Sie bekundete den Opfern und ihren Angehörigen ihre Anteilnahme.

Polizisten nehmen im Stadtteil Barking in London drei Personen fest. Premierministerin Theresa May hatte zunächst von einem möglichen Terrorakt gesprochen, die Polizei wenig später dann von Terroranschlägen. Andere Organisationen könnten dem Beispiel folgen. Grande sollte am Sonntag zusammen mit anderen Pop-Grössen ein Benefizkonzert zugunsten der Opfer geben.

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