Sechs Tote bei Anschlag in London

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Zwölf Personen werden im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen. Zwar trägt der Anschlag die Handschrift islamistischer Terroristen. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick. In der Nacht zu Montag soll die Beleuchtung des Eiffelturms zeitweise erlöschen; das Brandenburger Tor in Berlin soll am Sonntagabend in den britischen Nationalfarben angestrahlt werden. Das Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt wurde mit dem blau-rot-weißen Union Jack angestrahlt, wie die Nationalflagge des Vereinigten Königreichs genannt wird. Auf einem Papier mit der britischen Nationalflagge stand "You'll never walk alone" (Ihr geht nie allein) zu lesen. Die Kanzlerin bekräftigte, dass Deutschland im Kampf gegen jede Form von Terrorismus "fest und entschlossen" an der Seite Großbritanniens stehe.

Laut Polizeiangaben fuhr am späten Samstagabend zunächst ein Lieferwagen auf der London Bridge in eine Gruppe von Fussgängern. Die Polizei durchsucht derzeit Objekte im Viertel Barking. Ob dabei etwas von Bedeutung für Ermittlungen gefunden wurde, war am Sonntagabend unklar. 21 Opfer des Anschlags befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden noch immer in einem kritischen Zustand.

Unter den Verletzten sind auch zwei Deutsche. Mindestens 48 Personen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist. Es sind zahlreiche Ausländer unter den Opfern: Ein Toter stammt aus Kanada, wie der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau am Sonntagnachmittag mitteilte. Einer von ihnen habe schwere Verletzungen davongetragen.

Uhr: Die Polizei hebt die Zahl der Todesopfer auf sieben an. Drei Täter wurden erschossen, ihre Identität ist öffentlich noch nicht bekannt. Insgesamt hatte die Polizei drei Täter bei dem Terroranschlag an der London Bridge erschossen. Eine "Abteilung" des IS habe den Angriff verübt, erklärte das IS-Sprachrohr Amak.

Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert sehr an einen Angriff im März: Am 22. März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert des Teenie-Stars Ariana Grande in Manchester mit einer Bombe 22 Menschen in den Tod gerissen. 48 Menschen wurden verletzt in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Ihm wurde ins Gesicht und ins Bein gestochen. Er soll nach Angaben des Nachrichtensenders Sky News am Samstagabend als Erster zum Tatort geeilt sein. Er habe sich dann den drei Attentätern in den Weg gestellt. Die Angreifer selbst waren nach ihrer Tat von der Polizei erschossen worden.

Acht Minuten dauert der Terror um die London Bridge. Der Borough Markt ist eine beliebte Touristenattraktion. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen. Augenzeugen berichteten, die Männer hätten "Dies ist für Allah!" gerufen, nachdem sie das Fahrzeug verlassen hatten. Die vermeintlichen Sprengstoffwesten an den Körpern der Angreifer entpuppen sich als Attrappen. Alle drei verdächtigen Männer seien tot, sagte die Londoner Polizeichefin Cressida Dick vor Reportern am Sonntagmorgen. Dort seien auch Schüsse gefallen, teilte die Polizei mit.

Gab es außer den drei Angreifern weitere Beteiligte?

Man müsse aber noch weitere Ermittlungen durchführen, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, sagte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley.

Die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May setzte am Sonntag ihren Wahlkampf vorübergehend aus.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan rief für heute Abend zu einer Mahnwache im Potters Fields Park auf, um der Opfer des Anschlags zu gedenken. Es gebe keine Rechtfertigung für die "barbarischen" Attacken.

Ähnlich äusserte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

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