Betrugs-Ermittlungen gegen Audi ausgeweitet

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Dadurch könnten sich die Emissionen verschlechtern und die Grenzwerte für Stickoxid um 20 bis 100 Prozent überschritten werden. Grund ist die auf CO2 ausgerichtete Abgasregulierung in der Europäischen Union, die anders als in den USA nicht so sehr auf das gesundheitsschädliche Stickoxid abzielt. Laut Audi wurde "die Motordrehzahl in manchen Bereichen ungünstig von der Getriebesoftware beeinflusst". Das Unternehmen entschuldigte sich für die "Unannehmlichkeiten" und betonte, es arbeite eng mit den Behörden zusammen. Der Rückruf beginnt laut Audi voraussichtlich im Juli. Dobrindt sagte, VW müsse bis zum 12. Juni Lösungsvorschläge zur Umrüstung übermitteln. Volkswagen-Chef Matthias Müller war ins Ministerium gebeten worden, nach der Aussprache habe Dobrindt mitgeteilt, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Bund will nun weitere Fahrzeuge des VW-Konzerns mit ähnlichen Motoren untersuchen lassen. In den USA hatten VW und Audi deswegen Milliarden zahlen müssen.

Nun rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob die VW-Tochter eine illegale Abschalteinrichtung in Europa verwendet hat.

Von der am Donnerstag bekannt gewordenen Abgasmanipulation bei Audi sind in Österreich rund 1.700 Audi A7 und A8 aus den Baujahren von 2010 bis 2013 betroffen, teilte Generalimporteur Posche Holding am Freitag mit. Dobrindt sagte, die Autos hätten eine sogenannte Lenkwinkel-Erkennung. Es gehe also nicht darum zu erkennen, ob das Auto auf dem Prüfstand stehe oder auf der Straße fahre. Offenbar erkennt die Software, wie das Lenkrad bewegt wird.

Die Münchner Staatsanwaltschaft weitet ihre Betrugs-Ermittlungen gegen Audi in der Diesel-Affäre nach neuen Vorwürfen aus.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer warf Dobrindt vor, den Abgasskandal nur "scheibchenweise" aufzuklären. "Das Argument darf jetzt nicht mehr zählen", sagte ein Audi-Aufsichtsrat. Krischer verwies auf Razzien bei Daimler vor gut einer Woche, "und jeder fragt sich, was als nächstes kommt".

Der im Herbst 2015 aufgeflogene und von Volkswagen in den USA ausgelöste Dieselskandal ist mittlerweile ein Dickicht an Beteiligten, Vorwürfen und Ermittlungen.

Die VW-Tochter Audi und deren Chef Rupert Stadler geraten im Abgas-Skandal stark unter Druck. Die Aufarbeitung sei "noch lange nicht abgeschlossen". Diese unterscheide durch eine Lenkwinkelerkennung zwischen Abgastest und Straßenfahrt und sorge für einen deutlich höheren Stickstoffausstoß, wenn die Autos nicht getestet würden. Ermittelt werde wie gehabt wegen des Verdachts des Betrugs und der strafbaren Werbung gegen unbekannt.

Der Abgas-Skandal im VW-Konzern zieht Kreise. Audi erklärte, es habe die Unregelmäßigkeiten selbst festgestellt und beim deutshen Kraftfahrtbundesamt (KBA) angezeigt. Darunter sind auch Wagen etwa von Audi, Skoda und Seat.

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