Zwölf Festnahmen in London

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Auch Deutsche sind unter den Verletzten.

Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von London sind zwölf Menschen festgenommen worden. Danach seien sie ungehindert zum nahegelegenen Borough Market gelaufen, wo sie in einem Restaurant erneut auf Menschen eingestochen hätten, teilte die Polizei mit. Die Attacke begann am späten Samstagabend auf der London Bridge im Zentrum und setzte sich auf dem nahe gelegenen Borough Market fort.

Nach dem Terroranschlag befinden sich viele Verletzte in kritischem Zustand. Es sind zahlreiche Ausländer unter den Opfern: Ein Toter stammt aus Kanada, wie der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau am Sonntagnachmittag mitteilte. Zu verletzten Schweizern lagen am Sonntagabend keine Informationen vor. Die Identität der drei Attentäter ist noch nicht bekannt. Ihr Motiv ist unklar, bislang hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt. Zwar trägt der Anschlag die Handschrift islamistischer Terroristen.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert in Manchester 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Mindestens 48 Menschen sind in der Nacht mit Verletzungen in insgesamt fünf Krankenhäuser eingeliefert worden. Er soll nach Angaben des Nachrichtensenders Sky News am Samstagabend als Erster zum Tatort geeilt sein. Vom Notruf bis zur Erschießung der Angreifer vergingen acht Minuten. Die London Bridge wurde komplett abgeriegelt.

Bewaffnete Polizeieinheiten rückten zudem zu einem Einsatz im Borough Market aus, einem der ältesten Lebensmittelmärkte Londons. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen. Augenzeugen berichteten, die Männer hätten "Dies ist für Allah!" gerufen, nachdem sie das Fahrzeug verlassen hatten. Später stellt sich heraus, dass es sich um Attrappen handelt. Das sagte die Londoner Polizeichefin Cressida Dick vor Reportern am Sonntagmorgen. Dort seien auch Schüsse gefallen, teilte die Polizei mit.

Während der Angriffe hatten die Behörden die Bürger über Twitter aufgefordert, zu fliehen, sich zu verstecken und die Polizei zu alarmieren, wenn sie in Gefahr gerieten. Die Beamten gehen davon aus, dass es neben den drei erschossenen Verdächtigen keine weiteren Angreifer gab. Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley erklärte, die Polizei behandele die Angriffe als "terroristische Vorfälle".

Polizisten inspizieren eine Karte der Gegend rund um den Anschlagsort.

Das Markenzeichen der 70 Mann starken Truppe sind blaue, nicht registrierte Hubschrauber, angelehnt an einen Spielfilm aus den Achtziger Jahren über einen Helikopterplattform wird die Einheit "Blue Thunder", "Blauer Donner", genannt.

An der London Bridge soll ein Van Passanten überfahren haben.

Was dieser dritte verheerende Terroranschlag binnen zehn Wochen jedoch in den Köpfen der Menschen anrichten wird, ist längst nicht ausgemacht.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer "gezielten und feigen Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher.

Auch Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel reagiert auf die Anschläge in London: "Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich bestürzt: "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint". "Ich bekräftige für Deutschland: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens". Die Ermittler schlugen im Osten der britischen Hauptstadt zu, wie sie am Sonntag mitteilten.

Dieser Wohnblock wurde von der Polizei durchsucht.

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