Audi: Erhöhte Abgaswerte technischer Fehler

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Rupert Stadler bei der Hauptversammlung der Audi AG am 18.05.2017 in Neckarsulm. Bei den gemeldeten "Auffälligkeiten" der Abgaswerte bei den Diesel-Motoren von 24.000 Oberklassewagen handelt es sich nach Darstellung der VW-Tochter um einen technischen Fehler, nicht um eine absichtliche Manipulation der Abgaswerte, sagte ein Firmensprecher. Audi will voraussichtlich ab Juli die Autos in die Werkstätten rufen, um eine neue Software aufzuspielen. Die Autos seien zwischen 2009 und 2013 gebaut worden. Dobrindt sagte, VW müsse bis zum 12. Juni Lösungsvorschläge zur Umrüstung übermitteln. Man habe nach seiner Einschätzung bei Volkswagen nichts davon gewusst.

Abonnenten können alle "PNP Plus"-Berichte komplett lesen". Der 54-Jährige hatte jedoch wiederholt Rückendeckung des Kontrollgremiums und von VW erhalten.

Audi reagiert nun mit einer Pressemitteilung zu dem Thema.

Professor Stefan Bratzel, Chef des Auto-Instituts in Bergisch Gladbach, kritisierte den Autobauer und das Ministerium gleichermaßen. "Und der Diesel kommt nicht aus den Schlagzeilen".

Der Autoproduzent habe eine "unzulässige Abschalteinrichtung eingebaut", gab der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt am Donnerstagabend bekannt.

Bei vielen Motoren mit auffälligen Abgaswerten argumentieren die Autohersteller mit dem sogenannten Bauteilschutz: Sie verweisen auf den angeblichen Schutz des Motors, wenn die Abgasreinigung etwa bei bestimmten Temperaturen heruntergedrosselt wird.

Dass Audi eine unzulässige Abgas-Software verwendet habe, überrasche ihn nicht, sagte Hofreiter im Deutschlandfunk. Wenn Dobrindt nun von illegaler Software spricht, widerspricht er damit implizit dem VW-Konzern. Dort hat der Konzern dies unter Verweis auch auf eine andere Rechtslage anerkannt. Laut Audi wurde "die Motordrehzahl in manchen Bereichen ungünstig von der Getriebesoftware beeinflusst".

Stadler steht wegen seiner Rolle bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals schon länger in der Kritik.

Im Abgasskandal geht es um weltweit rund 11 Millionen betroffene Fahrzeuge der VW-Gruppe. Stickoxide tragen unter anderem zur Bildung von Feinstaub bei. Sobald das Lenkrad jedoch mehr als 15 Grad eingeschlagen wird, wie im realen Straßenverkehr, dann erhöht sich der Ausstoß von gesundheitsschädigendem Stickoxid. Diesel des VW-Konzerns sind bisher überhaupt erst umgerüstet - also z.B. mit neuer Software versehen - worden. Auch auf den deutschen Branchenriesen Daimler hat die US-Justiz ein Auge geworfen, zudem durchsuchte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft kürzlich mehrere Standorte in Deutschland.

Ob Porsche-Dieselmodelle vom Abgasmanipulationsskandal betroffen sind, untersucht das KBA.

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