Nach Rücktritt von Sellering: Rochade bei der SPD

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Jetzt soll die inzwischen 43-jährige SPD-Politikerin Ministerpräsidentin ihres Heimatlandes Mecklenburg-Vorpommern werden. Er werde deshalb nicht mehr in der Lage sein, das Amt des Ministerpräsidenten so auszufüllen wie erforderlich. Der Koalitionspartner der SPD in Mecklenburg-Vorpommern will den Personalvorschlag der Partei mittragen, sagte Fraktionschef Vincent Kokert am Mittwoch in Schwerin nach einem gemeinsamen Treffen von CDU-Landesvorstand und CDU-Landtagsfraktion. Eigentlich konnte sie immer besser rechnen als reden, trat 2003, mit 29 Jahren, in die SPD ein. Schwesig könne mit den Linken ihre aktuellen Wahlversprechen zur Bundestagswahl umsetzen, erklärte auch Linken-Landesvorsitzende Heidrun Blum. Da wurde sie von der Konkurrenz noch als "Küstenbarbie" verulkt, da attestierte Unionsfraktionschef Volker Kauder der jungen Ministerin zu Unrecht "Weinerlichkeit". "Mit ihrer Lebenserfahrung" und "ihrer Familienstruktur" bringe sie alles mit, was in dem Amt gebraucht werde.

In einer ersten Reaktion auf den Rücktritt von Sellering reagierte SPD-Chef Martin Schulz bestürzt: "Wir werden heute daran erinnert, dass Politik von Menschen gemacht werde - und Menschen sind verletztlich". Wie der Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Lambusch, sagte, warte im Umgang mit der Tarifautonomie, der Bildungs- sowie der Infrastrukturpolitik erheblicher Korrekturbedarf auf Schwesig. Erwin Sellering war für Schulz und dessen Vorgänger eine wichtige Stütze. Ob die blasse bisherige SPD-Generalsekretärin Katarina Barley an Schwesigs Erfolg anknüpfen kann, ist fraglich. Dies sei "mit großer Geschlossenheit unterstützt" worden, sagte Schulz. Manuela Schwesig bringt gute Voraussetzungen mit: Regierungserfahrung selbst im Bund und ihr hoher Bekanntheitsgrad sprechen für sie.

Schwesig galt in schon länger als mögliche Nachfolgerin von Erwin Sellering in der Schweriner Staatskanzlei - bislang allerdings eher erst nach der Bundestagswahl. Ein SPD-Sonderparteitag zur Nachfolge soll am 1. Juli stattfinden. Gleichzeitig stellte sein Parteifreund, Außenminister Sigmar Gabriel, ein Buch vor. Bis dahin bleibt Sellering im Amt.

HORST SEEHOFER (CSU): Im Oktober 2008 wird der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Bayern gebraucht. Im Jahr 2000 wurde er Justizminister und 2006 Sozialminister.

Sellering war nach der Landtagswahl im vorigen September für eine dritte Amtszeit an die Spitze der SPD/CDU-Koalition gewählt worden. Soll ins Bundesfamilienministerium die Generalsekretärin Katarina Barley aufrücken, beliebt an der Parteibasis, aber vielleicht zu wenig "dreckig" für den Posten eines "Generals"? Dies wurde in der Partei scharf kritisiert, da er noch nie einen Wahlkampf geleitet hatte.

Der 44-jährige Heil war von 2005 und 2009 schon einmal Generalsekretär der SPD.

Endgültig entschieden seien die Personalien noch nicht, verlautete aus der SPD-Zentrale, dem Willy-Brandt-Haus.

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