EIL: Hubertus Heil wird SPD-Generalsekretär

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Schwerin. Der Regierungschef von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, tritt aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Hintergrund ist eine Krebserkrankung, die massive Therapie erfordert. Auf Bundesebene ist derweil die Nachfolge von Manuela Schwesig als Familienministerin geklärt: SPD-Generalsekretärin Katarina Barley wird den Posten übernehmen. Noch am Nachmittag wurde bekannt, dass die bisherige Generalsekretärin Katarina Barley neue Bundesfamilienministerin werden soll.

Ein Schicksalsschlag zwingt die SPD zum Umbau: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident ist schwer erkrankt und gibt sein Amt ab. Das hatte der 67 Jahre alte Regierungschef am Dienstagvormittag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin mitgeteilt.

Schulz äußerte sich tief betroffen über die Erkrankung und die Entscheidung Sellerings, über die dieser ihn am Montagabend telefonisch unterrichtet habe.

In seiner Rücktritts-Erklärung führte Sellering aus, das Land habe an Wirtschaftskraft gewonnen.

Knapp vier Monate vor der Bundestagswahl muss die SPD zentrale Posten neu besetzen. Das sagte der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz am Dienstag nach einer Sitzung der Bundestagsfraktion. Mecklenburg-Vorpommern sei vielleicht mehr als andere Bundesländer darauf angewiesen, dass sich jemand mit Herzblut dafür einsetze, sagte Sellering am Dienstagnachmittag. "Ich wünsche ihm und seiner Familie Kraft für die kommenden Monate", ließ sie über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert erklären. In der SPD könnte es nun das große Stühlerücken geben. "Nach fast neun Jahren als Ministerpräsident scheide ich mit großer Dankbarkeit aus diesem Amt, das es mir ermöglicht hat, einen Beitrag für eine gute Zukunft unseres Landes zu leisten", sagte Sellering. In der SPD-Fraktion werde dieser Vorschlag mit großer Geschlossenheit unterstützt, erklärte Schulz. Auch die Parteispitze im Nordosten ist für Manuela Schwesig, sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, kein Neuland. Die Wahl auf einem eilig einberufenen Sonderparteitag am 1. Juli dürfte nur noch Formsache sein.

Persönlich sei es ihm immer sehr wichtig gewesen, für mehr Respekt vor ostdeutschen Lebensleistungen einzutreten. "Mit Erwin Sellering verlieren wir im Kreise der Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen einen klugen, erfahrenen und vertrauensvollen Kollegen", teilte Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit. Heil sei aber "logischerweise" für den Bundestagswahlkampf zuständig.

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