Merkel wirft USA Blockade bei G7-Klimapolitik vor

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Trump selbst erklärte auf Twitter, er werde in der kommenden Woche über das Klimaabkommen entscheiden.

Trump stellt das Pariser Klimaabkommen zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen dagegen in Frage, da er Nachteile für die US-Wirtschaft befürchtet.

Unter dem Eindruck des Selbstmordanschlags von Manchester beschworen die G7 - einmal mehr - ihre Einigkeit im Kampf gegen den Terrorismus.

Taormina Die mageren Ergebnisse des G7-Gipfels lassen Schlimmes für den G20-Gipfel der Industrie- und Schwellenländer in Hamburg ahnen. Grund ist in beiden Fragen die Haltung von US-Präsident Donald Trump. Beobachtern zufolge sei es jedoch möglich, dass es gar keine Erklärung geben könnte oder dass die G7 erstmals keine gemeinsame Erklärung abgeben, sondern lediglich sechs der Teilnehmer eine Erklärung formulieren. Dies war nach dem bisherigen Blockadekurs von US-Präsident Trump bis zuletzt fraglich. Die Hilfsorganisationen fordern, dass der UNO-Appell für den Kampf gegen die Hungersnöte in Höhe von 6,9 Milliarden US-Dollar auch erfüllt wird.

Trump zeigte am Samstag auch kein Interesse, dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni zuzuhören. Er hatte im Wahlkampf mehrmals angezweifelt, dass es eine von Menschen verursachte Klimaerwärmung gibt.

Entwicklungsorganisationen haben die Staats- und Regierungschefs der sieben reichen Industrienationen wegen Untätigkeit in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. Bisher liegen nur Zusagen über 30 Prozent vor. Der Gipfel habe es versäumt, Schritte zu unternehmen, um den Menschen im Jemen, in Somalia, im Südsudan und in Nigeria zu helfen. Die anderen G-7-Staaten bekräftigen hingegen, die Verpflichtungen zur Verringerung der Treibhausgase schnell umsetzen zu wollen. "Da haben die G7 ihre Führungsrolle nicht wahrgenommen", sagte Jörn Kalinski von Oxfam. In dem Abkommen hatten sich die 195 Staaten im Dezember 2015 darauf geeinigt, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. "In einem Jahr mit schon drastisch verringerten Erwartungen haben die G7 einen neuen Tiefpunkt erreicht", sagte Friederike Röder von ONE.

Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn sieht den Präsidenten deswegen aber nicht in einer isolierten Position.

Merkel sagte, man habe auf dem G7-Gipfel die Differenzen deutlich betont. Es sei "eine der größten Enttäuschungen des Gipfels", dass Italien mit seinem Plan für einen geordneten Umgang mit den Flüchtlingen am Widerstand der USA gescheitert sei. Im Abschlusskommuniqué wird auf Forderung der USA nur ein kurzer Passus zu Flüchtlingen aufgenommen, der Sicherheitsfragen hervorhebt. Um das Thema in den Mittelpunkt zu stellen, war auch Sizilien als Tagungsort ausgesucht worden, wo die meisten Flüchtlinge anlanden, die aus Nordafrika über das Mittelmeer kommen.

An den Beratungen heute nehmen auch die Vertreter von Niger, Nigeria, Äthiopien, Kenia, Tunesien sowie der Afrikanischen Union und einer Reihe weiterer internationaler Organisationen teil. "Ich glaube, es wäre ein Fehler", sagte der französische Präsident.

Nordkorea wurde eindringlich aufgerufen, seine Atom- und Raketenprogramme "vollständig, nachprüfbar und unumkehrbar" zu stoppen. "Der Skandal des Gipfels ist, dass die G7-Führer direkt hier nach Sizilien ans Meer kommen, wo 1400 Menschen allein seit Jahresanfang ertrunken sind, und nichts ernsthaft dagegen tun", sagte Edmund Cairns von Oxfam.

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