Zwei Schülerinnen wollen sich umbringen, weil sie Netflix-Serie gesehen haben

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So viel ist über die Ereignisse, die sich am Dienstag im BG und BRG Bad Ischl abspielten bekannt: Gegen die Mittagszeit gaben zwei Schülerinnen einer dritten Klasse ihrem Klassenvorstand einen Brief in die Hand, wonach sie am Nachmittag nicht zum Unterricht bzw. zur Betreuung kommen würden. Klar sei nur, dass sie die Netflix-Serie als Vorbild für ihre versuchten Selbstmord genommen hatten.

Der Klassenvorstand trommelte sofort einen Kollegen und weitere Mitarbeiter der Schule zusammen, um nach den beiden Mädchen zu suchen. Das Schulhaus wurde durchkämmt, in einer Toilette fand der Suchtrupp die beiden Mädchen kurze Zeit später.

Viele Kritiker feiern die Geschichte rund um die Highschool-Schülerin Hannah Baker, die sich die Pulsadern aufschnitt und in der Badewanne ihres Elternhauses verblutete, wegen ihrer Authentizität. Eine der beiden lag bereits bewusstlos auf dem Boden und drohte zu ersticken. Eine zufällig anwesende Mutter einer anderen Schülerin, die Ärztin ist, leistete sofort Erste Hilfe. Beide sind inzwischen außer Lebensgefahr.

An der Schule herrscht tiefe Betroffenheit. Sowohl Schüler als auch die Lehrer werden derzeit durch ein Krisenteam sowie von Schulpsychologen betreut.

Bad Ischl - Die umstrittene Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" ("13 Reasons Why") ist seit Wochen in aller Munde.

"13 Reasons Why", wie die Serie im Original heißt, basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Jay Asher aus dem Jahr 2007.

Eine Meldung der "Passauer Neue Presse" dürfte die Debatten um die Serie nun weiter anheizen. In den 13 Folgen geht es um den Suizid der Schülerin Hannah Baker an einer amerikanischen High School. Als Vorlage für die Tat galt, wie in einem Entschuldigungsbrief angekündigt, "Tote Mädchen lügen nicht". Netflix reagierte auf die negative Resonanz und stellte den einzelnen Episoden Warnhinweise voran. Trotz zuletzt zunehmender Kritik wird Netflix eine zweite Staffel drehen.

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