Quinoa, Milchersatz, Buchweizen: Baby verhungert, weil Eltern nur Hipster-Food füttern

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Sie hätten daraufhin beschlossen, den Speiseplan des Babys umzustellen und ihm nur noch Milchersatz aus Quinoa, Buchweizen, Hafer und Reis aus dem eigenen Naturkostladen zu füttern.

Demnach war der Junge aus dem belgischen Beveren im Alter von sieben Monaten so unterernährt und dehydriert gewesen, dass er vor seinem Tod nur noch etwas mehr als vier Kilo gewogen habe - die Hälfte vom Normalgewicht eines Säuglings seines Alters. Das berichten mehrere belgische Medien wie unter anderen "RTL Nieuws".

Ohne einen Mediziner zu konsultieren, habe die 30-jährige Mutter aufgehört, ihr Baby zu stillen - die Eltern hatten den Eindruck, der Kleine vertrage die Milch nicht gut.

Die Eltern müssen sich nun vor einem Gericht verantworten - gefordert wird eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten. Sie hätten dann, ohne einen Arzt hinzuzuziehen, eine Gluten- und Laktoseunverträglichkeit diagnostiziert.

Zunächst habe seine Mutter den kleinen Lucas gestillt, hin und wieder habe er auch das Fläschchen bekommen. Obwohl Lucas stark abmagerte, oft grau im Gesicht gewesen sei und nach Luft schnappte, hätten die Eltern an der speziellen Ernährung festgehalten.

Als der Junge immer kränker wurde, suchte das Elternpaar einen Homöopathen auf, der sie direkt ins Krankenhaus schickte - da war es allerdings schon zu spät. Endlich realisierten die Eltern, dass ihr Kind ärztliche Hilfe brauchte und fuhren zu einem homöopathisch tätigen Arzt. Doch bei der Ankunft war der Junge bereits tot.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die Eltern eine Haftstrafe von 18 Monaten. Die Todesursache: "pathologische Unterernährung".

"Ihre Vorstellungen von Medizin haben ihrem Kind das Leben genommen", zitiert der "stern" den zuständigen Staatsanwalt. Die Verteidigung argumentiert unter anderem damit, dass das Paar noch drei Töchter haben, denen es bei den Eltern gut gehe. Aus heutiger Sicht wären sie eher zu einem Arzt gegangen. Aber Lucas habe immer mal wieder zu- und abgenommen. Das Urteil des Gerichts wird für den 14. Juni erwartet.

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