Die Lehren aus dem Großen Preis von Spanien

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Artig bedankte sich der 29-Jährige bei seiner Ausfahrt um 14:02 Uhr via Funk auf Italienisch mit den Worten "Grazie ragazzi", ehe sein Renningenieur ihn erneut schockte und anwies, das Auto "sofort" anzuhalten. Bis auf das Rennen in Bahrain war in den bisherigen vier Saisonläufen ein Reifenwechsel die Regel. Es war ein tolles Rennen von ihm, ich kann ihm nur gratulieren.

RED BULL: Platz drei für Daniel Ricciardo ist ein Silberstreif für das einstige Weltmeisterteam, doch der Australier profitierte erheblich von einigen Ausfällen an der Spitze. Vettel preschte an Hamilton vorbei auf Platz eins, hinter ihm rangelten Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari und Vorjahressieger Max Verstappen (Red Bull) um die Verfolgung - so sehr, dass sich beide ins Gehege kamen und früh ausschieden. Doch Hamilton steckte nicht auf und rang auf dem Circuit de Catalunya seinen Ferrari-Kontrahenten noch nieder.

In der WM-Gesamtwertung haben sich Vettel und Hamilton nach seinem 55.

Vettel erwischte einen perfekten Start und zog bereits deutlich vor dem Ende der 740 m langen Anfahrt auf den ersten Bremspunkt an Pole-Setter Hamilton vorbei. Eine clevere Boxentaktik und die Überholkünste des Ex-Weltmeisters sorgten in Barcelona dafür, dass die Silberpfeile einen schlechten Start und den Verlust der Führung kompensierten. Vettel und Hamilton lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und der Brite durfte am Ende über den ersten Platz jubeln.

Die Art und Weise seines Triumphs gegen den Ferrari-Star hatte den sonst so coolen Briten aufgewühlt wie selten. "Hamilton erholt sich von einem missratenen Start und kassiert Vettel in Runde 44 ein - die 44, die als Startnummer auf seinem Auto steht, scheint wirklich Lews Glückszahl zu sein". Sotschi-Sieger Bottas (63 Punkte) ist Dritter vor Räikkönen (49). Er bekam weiche Reifen und konnte unmittelbar nach der Gelben Flagge pushen.

Hamilton gewinnt Duell gegen VettelFerrari hatte wieder den besseren Rennspeed, Mercedes diesmal aber den besseren Riecher: Lewis Hamilton gewinnt in Spanien vor Sebastian Vettel. "Das war gefährlich", funkte Hamilton. "Mehr geht nicht!" Und auch Sebastian Vettel, der sich mit der "roten Göttin" knapp geschlagen geben musste, war vom beinharten Duell begeistert: "Das hat so richtig Spaß gemacht - von mir aus kann das ruhig weitergehen!" Da half auch Vettels harte, aber faire Verteidigung gegen den Mercedes-Star in Runde 39 nichts.

Man sollte meinen, dass man bei Mercedes nicht gerade glücklich über die verlorene Dominanz sein sollte, doch der Vorstandsvorsitzende von Daimler, Dieter Zetsche, findet das sogar gut: "Wenn es so knapp ist, sind die Nerven natürlich anderer Meinung". 5-Sek-Strafe für Pascal Wehrlein! Mercedes' Team-Aufsichtsrat Niki Lauda sieht die Szene kritischer: "Logisch war es gefährlich", moniert er und unterstellt dem Ferrari-Piloten, sich auf eine "brutale Art" auf die Innenbahn gepresst zu haben.

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