Landtag: Albig denkt trotz Wahlpleite nicht an Rücktritt

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Die sei nichts gegen das schleswig-holsteinische Gesamtergebnis, sagt Andresen.

CDU-Wahlsieger Daniel Günther will die Grünen von einer Jamaika-Koalition überzeugen. Albig wird als der Verantwortliche für die Wahlniederlage in Kiel angesehen - einen Anteil des Parteivorsitzenden Schulz macht die Bundes-SPD nicht aus. Auch in Kiel hatte Albig eine Koalition mit den Linken nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Doch von dieser Möglichkeit ist man weder in der SPD noch in der CDU sonderlich begeistert.

Als bloßer Mehrheitsbeschaffer will die FDP aber nicht fungieren - ob in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen oder eventuell in der künftigen Bundesregierung.

Bleiben also Jamaika und die Ampel. Die Grünen wollen mit einem Realo-Duo punkten, die FDP hofft auf einen Wiedereinzug ins Parlament. "Die Ampel wäre uns deutlich lieber", sagt Heinold. Die Grünen haben mit der SPD regiert, das ist schon ein weiterer Weg. Die Grünen wiederum bevorzugen ein Regierungsbündnis mit ihrem bisherigen Koalitionspartner SPD und mit der FDP. Dabei stahl ihm ausgerechnet Außenminister und Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel die Schau. Doch am Tag nach der Wahl schlägt er die Tür für eine Ampel weitgehend zu.

Die Grünen bewerten ein solches Bündnis allerdings skeptisch.

In SPD-Kreisen wird damit gerechnet, dass Albig womöglich bereits am Dienstagmorgen unter dem Druck aus der Partei seinen Rückzug bekannt gibt. Kubicki schließt dies zumindest unter Ministerpräsident Torsten Albig aus.

Jamaika kann der FDP-Fraktionschef sich hingegen gut vorstellen. "Nicht vergessen habe ich den Jubel auf der Wahlparty der Grünen, als die Wahlergebnisse für die FDP gezeigt wurden", sagte er kürzlich auf dem Parteitag der Liberalen in Berlin. Er sehe "keine unüberwindlichen Hindernisse" für eine Koalition mit den Grünen.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die CDU im Norden auf 32,0 die SPD auf 27,2 Prozent, die Grünen erreichten 12,9, die FDP zieht mit 11,5 und die AfD mit 5,9 Prozent in den Landtag. Als eine halbe Stunde zuvor die erste Wahlprognose auf der Leinwand neben der Bühne auf der SPD-Wahlparty erscheint, der schwarze Balken den roten deutlich überragte, geht ein Raunen durch den Saal. Schließlich stellten die Fernsehsender Schulz kalt. Nach der Wahl gibt es zukünftig 73 Abgeordnete im Kieler Landeshaus. Nach zwei Jahren Regierungszeit zerbrach die Koalition wegen der Zerstrittenheit der FDP. Günther sagte, es ist jetzt an der CDU, eine Regierung zu bilden. "Wenn das funktioniert, dann machen wir mit". "Die Differenzen mit der CDU sind in zentralen Fragen groß", sagte Trittin der "Rheinischen Post". Von der Energiewende bis zur Einwanderungspolitik habe Spitzenkandidat Günther "Pflöcke eingeschlagen, die man jetzt so schnell nicht mehr aus der Erde rauskriegen kann". Das sei "ein Motivationsschub für die gesamte FDP" auch für die Bundestagswahl, erklärte Parteivorsitzender Christian Lindner. Auch in die Frage der Landarztquote, die den Ländern mit dem Masterplan Medizinstudium 2020 ermöglicht wird, könnte Bewegung kommen.

Er ist nicht nur beim Urnengang im Herbst Spitzenkandidat sondern auch bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen, die für kommenden Sonntag angesetzt ist.

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte ist sich indes sicher, dass von Schleswig-Holstein eine "Ansteckungsgefahr" für NRW ausgeht.

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