Russland-Ermittlung geht weiter — Amtierender FBI-Chef

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US-Präsident Donald Trump im Oval Office in Washington. Die offizielle Begründung lautet: Weil er seine Befugnisse überschritten hatte.

Es ist einer von Trumps Lieblingssätzen: "You are fired!" Die "überwältigende Mehrheit" der 35 000 FBI-Angestellten hätte aber eine "positive Verbindung" zu Comey gehabt, sagte McCabe. Andrew McCabe widersprach der Darstellung des Weißen Hauses in einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss in mehreren zentralen Punkten. Bisher galt die E-Mail-Affäre von Hillary Clinton als Grund für den Rauswurf. Comey sei zu weit gegangen.

Vielmehr sei die Initiative von ihm selbst ausgegangen.

"Ich wollte ihn unabhängig von Empfehlungen feuern", sagte Trump. Das FBI ermittelt wegen möglicher Kontakte zwischen Mitgliedern des Wahlkampfteams von Donald Trump und Vertretern Russlands - eine Affäre, die die Präsidentschaft Trumps schwer belastet. Das FBI sei in Aufruhr gewesen und habe sich bis heute nicht davon erholt. Bestätigt sehen sie sich dabei auch durch Äußerungen Trumps zu den laufenden Ermittlungen.

Der Abgang Comeys dürfte die Situation des Präsidenten nun erheblich erschweren: Er erweckt sowohl im Kongress als auch in der Öffentlichkeit den Eindruck, das Tempo wie auch die Ausweitung der FBI-Untersuchung habe Trump in Alarmstimmung versetzt.

2016 dann ändert sich der Ton gegenüber dem FBI. "Denn was sie getan habe, ist falsch". Das FBI sowie der Generalstaatsanwalt des Staats New York, Eric Schneiderman, sind daran interessiert, ob Figuren aus dem Umfeld der russischen Mafia sowie Wladimir Putin nahestehende Oligarchen von Trump Eigentumswohnungen in New York und Florida zum Zweck der Geldwäsche kauften. Und ergänzt ein "Wow". Falls die Russen etwas angestellt hätten, wolle er es wissen.

Er habe vor seiner Entscheidung an "diese Russland-Trump-Sache" denken müssen. Er ist erst seit knapp drei Wochen im Amt. Die Kommission soll binnen 30 Tagen ein Ergebnis vorlegen. Zustände wie in Russland seien das. In turbulenten Zeiten sollte das amerikanische Volk das FBI als standfeste Einrichtung mit Kompetenz, Aufrichtigkeit und Unabhängigkeit erleben. Das sei eine sehr angespannte Situation für das Land. Zu Kritikern der Entscheidung zählten neben Demokraten auch Republikaner. Dieses sei völlig unfähig, die nationale Sicherheit des Landes zu gewährleisten und die Spione zu finden, die diese bedrohten. "Es gibt zu viele Informationen, die wir noch nicht haben und die noch ans Licht kommen", so McCain. Im Fokus der Ermittler stehen Kommunikationen zwischen Trump-Mitarbeitern und russischen Kontaktpersonen. Den Tweet adressiert er direkt ans FBI. Einen Kandidaten für die reguläre Nachfolge Comeys hat Trump noch nicht benannt. "Er hat ihr einen Freifahrtsschein gegeben". In Trumps bislang größter Krise hat sie anstelle von Chefsprecher Sean Spicer die Kommunikationsarbeit übernommen. Der frühere Präsident Bill Clinton hatte 1993 den damaligen FBI-Direktor William Sessions ebenfalls entlassen. Jetzt traurig zu sein, sei ein unechtes Spiel. Der Oppositionschef im Senat, Chuck Schumer, warf die Frage auf: "Sind die Ermittlungen zu nahe an den Präsidenten herangerückt?" "Wenn die Aufregung vorbei ist, werden sie mir danken".

Bisher hatte es von allen Seiten geheißen, die Russland-Ermittlungen hätten bei der Entlassung nicht die geringste Rolle gespielt. Das FBI untersucht eine Beeinflussung der US-Wahl durch Russland und mögliche Verbindungen mit dem Trump-Team.

Das Rosenstein-Memorandum spart in der Tat nicht mit Kritik am Chefpolizisten, der sich im vorigen Jahr, im Zuge der Ermittlungen gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, als Staatsanwalt geriert habe.

Beispielsweise sei Trump besonders aufgebracht gewesen über die Behandlung des von ihm im Februar geschassten Sicherheitsberaters und Ex-Generals Michael Flynn in US-Medien. Comey solle "besser hoffen", dass es "keine 'Aufnahmen' von unseren Gesprächen gibt", schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Er kommentiere Gespräche zwischen dem Präsidenten und Comey nicht, sagte McCabe.

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