Comey genoss große Unterstützung — Amtierender FBI-Direktor

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Er wolle die Gespräche zwischen Comey und Trump nicht kommentieren, sagte McCabe. Am Mittwoch sagte seine Sprecherin Sanders, sie gehe nicht davon aus, dass der Austausch zwischen Trump und Comey unangemessen gewesen sei. "Es gibt dafür übrigens keinen guten Zeitpunkt".

Sanders erklärte auch, Sessions und sein Vize hätten von sich aus gehandelt und Trump ihre Schreiben vorgelegt, die Comeys Fehler auflisten. Mit Blick auf einen Sonderermittler sagte er, das FBI und der Geheimdienstausschuss seien bereits in dieser Sache aktiv - die Methoden und Informanten müssten geschützt werden.

Mit der spektakulären Entlassung des FBI-Chefs hat US-Präsident Donald Trump Glücksspieler auf den Plan gerufen: Bei Online-Wettportalen setzten am Mittwoch deutlich mehr Menschen als zuvor Geld auf eine vorzeitige Amtsenthebung des Präsidenten.

Der Präsident hatte den FBI-Chef (56) am Dienstagabend überraschend gefeuert. In ersten Erklärungen wurde dem FBI-Chef vor allem ein Fehlverhalten in der E-Mail-Affäre Hillary Clintons angelastet. Trump höchstpersönlich nannte die entsprechenden Untersuchungen am Montag eine "Farce", die von den Steuerzahlern finanziert werde.

Auch die Darstellung, Trump habe seit Monaten kein Vertrauen mehr in Comey gehabt, wirft Fragen auf. Noch am 22. Januar, also zwei Tage nach Amtsantritt, hatte Trump Comey auf das Wärmste begrüßt.

Die Entlassung stieß auf heftige Kritik der oppositionellen Demokraten, aber auch einiger republikanischer Politiker. Die Behörde ermittelt wegen möglicher Kontakte zwischen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands - eine Affäre, die Trumps Präsidentschaft schwer belastet .

Später widersprachen Quellen aus dem Justizministerium dieser Darstellung, auch auf Druck von Rosenstein - und der Präsident bestätigte am Donnerstag dem Sender "NBC", er habe Comey von Beginn weg feuern wollen. Bisher habe es keine Versuche gegeben, die Ermittlungen zu behindern.

Trump sagte erneut, Comey habe ihm bei drei Gelegenheiten versichert, dass in dem Fall nicht gegen ihn ermittelt werde. Dass ein US-Präsident sich in laufende Ermittlungen einmischt, ist mindestens ebenso ungewöhnlich wie die angeblich offene Antwort Comeys, der sich in einem laufenden Verfahren ebenfalls nicht äußern dürfte.

Anders als die Regierung misst McCabe den Ermittlungen der Bundespolizei über eine mögliche russische Einflussnahme auf den US-Wahlkampf nicht nur eine geringe Priorität bei. Er selbst empfinde Hochachtung für Comey, sagte McCabe. Demokratische Abgeordnete und Senatoren sehen die Russland-Ermittlung des FBI als wahren Grund hinter der Maßnahme.

McCabe sicherte zugleich zu, das Weiße Haus nicht über neue Entwicklungen bei den Ermittlungen zu informieren. Darin schrieb der Karrierejurist, dessen Arbeit auch von Demokraten geschätzt wird, dass Comey das Vertrauen der Bevölkerung in die Bundespolizei beschädigt habe - weil er im Zuge der Ermittlungen gegen die damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im vorigen Jahr seine Kompetenzen überschritten habe. Er habe außerdem schon seit dem ersten Tag nach seiner Wahl erwogen, den FBI-Chef zu feuern. Comey galt wegen der Untersuchung eigentlich als unantastbar, hat sich in Washington aber auch viele Gegner auf beiden Seiten geschaffen. Trump hatte ihn wiederholt gelobt.

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